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Berliner Volksmund (4) Die Suppenschüssel

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„Suppenschüssel" passt nicht ins Museum. Im Berliner Volksmund gibt es zahlreiche originelle Ausdrücke, die liebevoll als Berolinismen oder Berlinismen bezeichnet werden. Diese Begriffe sind fest in der Alltagssprache verankert und spiegeln die besondere Kultur und den Humor der Hauptstadt wider. Besonders beliebt sind Spitznamen für Gebäude, Denkmäler oder typische Berliner Eigenheiten – oft mit einem Augenzwinkern versehen. Einige dieser Ausdrücke haben längst überregionale Bekanntheit erlangt, während andere eher umstritten sind und möglicherweise eher von Stadtführern oder Reiseführern geprägt wurden als vom echten Berliner Alltag. Die „Suppenschüssel“ Die mächtige Granitschale von Christian Gottlieb Cantian im Lustgarten vor dem Alten Museum wird von Berlinerinnen und Berlinern schlicht „Suppenschüssel“ genannt. Mit einem Durchmesser von 6,91   Metern, einem Umfang von 21,7   Metern und einem Gewicht von rund 75   Tonnen gilt sie als Meisterwerk der Steinmetzkunst. Aufgru...

Das Biedermeierweltwunder im Lustgarten

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Granitschale passt nicht in das Museum Die Große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum in Berlin-Mitte, hat nicht nur einen imposanten Durchmesser von 6,91 Metern, mit dem mächtigen Gewicht von etwa 75 Tonnen wird sie auch als Biedermeierweltwunder bezeichnet. Mit einem Umfang von 21,7 Meter handelt es sich um die größte aus einem einzelnen Stein gefertigte Schale. Die Granitschale, die der preußische König Friedrich Wilhelm III. bei Bauinspektor und Steinmetz Christian Gottlieb Cantian bestellte, sollte zunächst in der Rotunde des Museums aufgestellt werden. Da sie größer wurde als ursprünglich geplant, musste sie vor dem Museum Platz finden. Die Schale war in jener Zeit ein viel bestauntes und beachtetes technisches Wunderwerk. Cantian entschied sich für den Großen Markgrafenstein, einem riesigen Findling von schätzungsweise 700–750 Tonnen Gewicht und einem Alter von 1420 Millionen Jahren. Diesen aus rotem Karlshamn-Granit bestehenden Findling hatte die Saale- oder Wei...

Lottchen liebte Möbel und Männer

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Im Gutshaus Mahlsdorf werden Gründerzeitjahre wieder „lebendig“ Als Lothar Berfelde in Mahlsdorf geboren und von Freunden liebevoll „Lottchen“ genannt, weil er sich für Mädchenkleider und Männer interessierte, wurde aus einem jungen Mann die zarte „Charlotte von Mahlsdorf“. Zu Zeiten der DDR lebte Charlotte am Rande der der Gesellschaft und wurde nach der Wende als Trödlerin stadtbekannt. Sie begann Haushaltsgegenstände zu sammeln und rettete aus zerbombten Häusern historische Alltagsgegenstände. Aus der Sammelleidenschaft entstand 1959/60 das „Gründerzeitmuseum“ in dem vom Abriss bedrohten Gutshaus Mahlsdorf. Sie setzte sich für den Erhalt des Gutshauses ein und erhielt das komplette Gebäude mietfrei überlassen. Dort eröffnete sie 1960 ihr Museum mit Möbeln und Gegenständen aus der Gründerzeit. Die Gründerzeit zwischen 1871 und 1914 fällt in jene Epoche, in welcher das Bürgertum in Mitteleuropa die kulturelle Führung übernahm. Nach mehreren Sanierungen des Gebäudes u...