Berliner Anekdoten.
Der Bildhauer, der bei einem Reiterstandbild angeblich die Hufe vergaß“. Wenn man vor dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vor dem Schloss Charlottenburg steht, hört man schon mal einen Berliner sagen: „Na siehste, der Schlüter hat die Hufe vergessen.“ Und genau hier beginnt die schönste Anekdote der Berliner Kunstgeschichte. Am Reiterstandbild des Großen Kurfürsten (1696–1703) sollen die Pferde keine Hufe haben. Dies wurde dem Bildhauer Andreas Schlüter zur Last gelegt. Diese Behauptung ist ein späteres Missverständnis, das sich hartnäckig hält, aber historisch nicht belegbar ist. Vermutlich ist diese falsche Geschichte entstanden, weil die Hufe teilweise verdeckt sind. Die Pferdehufe sind durch die dynamische Pose, die Sockelgestaltung und die barocke Formensprache nicht gut sichtbar. Das führte später zu der Erzählung, Schlüter habe „vergessen“, sie auszuarbeiten. Es gibt keine historische Quelle, die Schlüter vorwirft, er habe ein Pferd „ohne Huf...