Melli Beese – Deutschlands erste Flugpilotin
Pionierin der Lüfte hat ein Ehrengrab in Schmargendorf.
Amelie Hedwig Boutard-Beese, bekannt als Melli Beese,
war eine Frau, die Geschichte schrieb: Am 13. September 1911 wurde sie die
erste Frau in Deutschland, die eine Fluglizenz erhielt. Ihr Weg dorthin war
geprägt von Leidenschaft, Mut und Widerstand gegen gesellschaftliche
Konventionen.
Geboren 1886 in Laubegast bei Dresden, entdeckte Beese früh ihre kreative und technische Begabung. Nach einem Bildhauerstudium in Stockholm und ersten Erfahrungen im Hochseesegeln entwickelte sie eine Faszination für die Luftfahrt. Zurück in Deutschland, besuchte sie Vorlesungen in Mathematik und Flugmechanik und suchte auf dem Flugplatz Johannisthal bei Berlin nach einem Fluglehrer – ein Unterfangen, das sich als schwierig erwies. Mehrfach wurde sie abgewiesen, bis Robert Thelen sie schließlich unterrichtete.
Ein Meilenstein für Frauen in der Luftfahrt
in der Doch auch danach blieb ihr Weg steinig.
Sabotageversuche, Vorurteile und ein schwerer Unfall mit lebenslangen Folgen
begleiteten ihre Ausbildung. Trotz allem bestand sie am Morgen ihres 25.
Geburtstags die Flugprüfung mit der Rumpler-Taube und erhielt die Lizenz Nummer
115 – ein Meilenstein für Frauen in der Luftfahrt.
Der Erste Weltkrieg bedeutete das Ende ihrer Karriere. Nach der Heirat mit dem Franzosen Charles Boutard und dem Verlust ihrer Flugschule wurde sie als Staatsfeindin eingestuft. Finanzielle Not und private Rückschläge folgten. Ein geplanter Weltflug scheiterte, ihre Ehe zerbrach. Am 21. Dezember 1925 nahm sich Melli Beese im Alter von nur 39 Jahren das Leben.
Weltkrieg beendete die Karriere
Heute erinnert eine Gedenktafel am Sterndamm 82 in Berlin-Johannisthal und ein Ehrengrab auf dem Friedhof Schmargendorf in Berlin an diese außergewöhnliche Frau. Ihr Mut, ihre Vision und ihr Kampf gegen Widerstände machen sie zu einer wahren Pionierin – nicht nur der Luftfahrt, sondern auch der Gleichberechtigung. Melli Beese bleibt ein Symbol für Entschlossenheit und den Willen, Grenzen zu überwinden. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt



Kommentare
Kommentar veröffentlichen