Volkspark Wilmersdorf – Geschichte, Natur & Berliner Ausflugskult

Der Volkspark Wilmersdorf zählt zu den traditionsreichsten und beliebtesten Grünanlagen im Berliner Südwesten.Heute ist er ein ruhiger Ort zum Spazieren, Sporttreiben und Entspannen – doch seine Geschichte reicht zurück in eine Zeit, in der hier ein lebendiger Ausflugsort mit Badeanstalt, Tanzpalast und wohlhabenden Bauern entstand.

Vom Wilmersdorfer See zum Ausflugsparadies


In den 1880er Jahren war der Satz „Gehen wir zu Schramm“ ein geflügeltes Wort unter den Berlinern. Gemeint war der Gastronom Otto Schramm, der am Ufer des damaligen Wilmersdorfer Sees eine Badeanstalt und einen Tanzpalast betrieb. Der See gab dem Gebiet zunächst den Namen „Seepark“, bevor es zum heutigen Volkspark Wilmersdorf wurde.

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Der Park entstand entlang einer eiszeitlichen Rinne, die sich vom Rathaus Schöneberg im Osten bis zum Fennsee im Westen erstreckt. Schon damals zog das neue Naherholungsgebiet zahlreiche Neubürger an, die in den umliegenden Vierteln ihre neue Heimat fanden.

Die „Millionenbauern“ von Wilmersdorf und Schöneberg

Mit der rasanten Stadtentwicklung im späten 19. Jahrhundert verkauften viele Bauern aus Wilmersdorf und Schöneberg ihre Ländereien an Bauinvestoren – oft zu hohen Preisen. Sie gingen als die berühmten „Millionenbauern“ in die Berliner Geschichte ein. Ihr Reichtum trug maßgeblich dazu bei, dass sich die Gegend schnell entwickelte und neue Freizeitangebote wie Schramms Tanzpalast entstehen konnten.

Lage und Struktur des Parks

Der Volkspark Wilmersdorf liegt in unmittelbarer Nähe der historischen Wilhelmsaue, dem alten Ortskern von AltWilmersdorf. Die Wilhelmsaue gilt als einer der am besten erhaltenen historischen Dorfkerne in Berlin.


Gemeinsam mit dem angrenzenden RudolphWildePark bildet er einen rund 2,5 Kilometer langen, aber nur etwa 150 Meter breiten Grünzug, der sich wie ein grünes Band durch die Stadt zieht.


Zum Park gehören:

der Fennsee am westlichen Ende

zwei Sportplätze zwischen Uhlandstraße und Bundesallee

weitläufige Wiesen, Spazierwege und Spielbereiche

der Volksparksteg, eine Fußgängerbrücke über die Bundesallee

An der Stelle der heutigen Sportplätze befand sich einst der Wilmersdorfer See, der im Zuge der Stadtentwicklung zugeschüttet wurde.

Neugestaltung ab 1960 – Sport, Natur & Erholung

In den 1960er Jahren wurde der Park umfassend neu gestaltet. Dabei entstanden:

moderne Sportanlagen im westlichen und mittleren Abschnitt

ein Blumengarten und großzügige Wiesenflächen im Osten

ein landschaftlich gestalteter Bereich rund um den Fennsee mit naturnahen Ufern

Der Park entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Familien, Sportler und Spaziergänger – und ist es bis heute geblieben.

Die Verbindung zu weiteren Parks wie den RudolphWildePark und Volkspark Schöneberg, ist ideal für ausgedehnte Spaziergänge.

Gut zu erreichen durch die UBahnStationen U7 und U9 und mehreren Buslinien. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

So kommt man zum Volkspark

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