Posts

Posts mit dem Label "Baudenkmal" werden angezeigt.

Ein einzigartiges Relikt aus dem Mittelalter.

Bild
Berlins älteste Toilette auf der Fischerinsel . Mitten in Berlin, nur wenige Schritte von der Mühlendammbrücke am Molkenmarkt entfernt, befindet sich ein außergewöhnliches Stück Stadtgeschichte. Berlins älteste erhaltene Toilette . Die mittelalterliche Latrine aus dem 14. Jahrhundert wurde 2016 bei archäologischen Untersuchungen entdeckt, als auf der Fischerinsel der Bau von 210 Mietwohnungen vorbereitet wurde. Sie gilt heute als eines der spannendsten archäologischen Zeugnisse der frühen Stadt Cölln . In fünf Metern Tiefe stießen Archäologen auf einen quadratischen Schacht aus großformatigen Ziegelsteinen – ungewöhnlich hochwertig für die Zeit. Ein archäologischer Fund aus dem 14. Jahrhundert Das deutet darauf hin, dass hier wohlhabende Bewohner lebten, die sich eine dauerhafte, gemauerte Abfall- und Fäkaliengrube leisten konnten. Die Grube wurde regelmäßig geleert und diente als zentrale Abfallstelle – ein wertvoller Einblick in das Alltagsleben der damaligen Bevölkerung...

Berliner Brückengeschichten (5)

Bild
Ein Spaziergang entlang der Spree durch Berlins Mitte. Berlin ist eine Stadt der Brücken. Mit weit über tausend Bauwerken, die Flüsse, Kanäle und Straßen überspannen, besitzt die Hauptstadt mehr Brücken als Venedig. Wie viele es tatsächlich sind, darüber streiten Statistiker bis heute. Sicher ist jedoch: Jede einzelne Brücke erzählt ein Stück Berliner Geschichte. Dieser fünfte und letzte Teil der Stadtführung „Berliner Brückengeschichten“ führt entlang der Spree durch Berlin-Mitte – vorbei an historischen Bauwerken, politischen Schauplätzen und architektonischen Highlights. Ein Spaziergang, der zeigt, wie eng die Brücken Berlins mit der Geschichte der Stadt verwoben sind. Startpunkt: Weidendammer Brücke – eine der schönsten Brücken Berlins Nur 150 Meter hinter dem „ Tränenpalst “ am Bahnhof Friedrichstraße , erreicht man die Weidendammer Brücke, berühmt für ihren markanten Brückenschmuck und ihre lange Geschichte. Der heutige Bau von 1896 steht unter Denkmalschutz, doch sei...

Geheimnisvolles Berlin (3)

Bild
Versteckte Orte und ungelöste Rätsel der Hauptstadt. Berlin steckt voller Geschichten, die im Schatten der großen Sehenswürdigkeiten oft übersehen werden. Zwischen Seen, Villenkolonien und alten Industriearealen finden sich Orte, die selbst langjährige Berliner überraschen. Zwei dieser geheimnisvollen Schauplätze – ein farbiges Mosaik aus Trümmern am Tegeler See und ein wandernder Löwe am Wannsee – zeigen, wie vielschichtig die Hauptstadt wirklich ist. Der geheimnisvolle Betonbogen am Tegeler See und d er Flensburger Löwe am Wannsee Am Ende der Greenwichpromenade, nahe dem Kanonenplatz in Tegel, erhebt sich ein neun Meter hoher Stahlbetonbogen über den Borsigdamm. Viele Spaziergänger nehmen ihn kaum bewusst wahr – doch seine Geschichte ist außergewöhnlich. Was macht den Bogen so besonders? Geschaffen wurde der Schmuckbogen vom Bildhauer Gerhard Schultze-Seehof, der einzigartige Mosaike verwendete: Die farbigen Wassersport- und Fischmotive bestehen aus Trümmerschutt – Kerami...

Geheimnisvolles Berlin (2)

Bild
Skurrile Geschichten, versteckte Orte und ungelöste Rätsel der Hauptstadt Berlin ist eine Stadt voller Mythen, kurioser Anekdoten und geheimnisvoller Orte. Hinter prachtvollen Boulevards, historischen Monumenten und alltäglichen Straßennamen verbergen sich Geschichten, die selbst viele Berliner nicht kennen. Der geheime Raum im Brandenburger Tor – Die verborgene Soldatenkammer Das Brandenburger Tor ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Europas. Doch kaum jemand weiß, dass sich im Inneren ein großer, fensterloser Raum verbirgt: die sogenannte Soldatenkammer. Wo sich der Eingang versteckt Man muss lange suchen, um den Eingang zum geheimen Raum im Brandenburger Tor zu finden. Wer vom Pariser Platz auf die Quadriga blickt, erkennt rechts an der Seite eine schmale Treppe. Sie führt zu einem unscheinbaren Eingang, der in den geheimen Raum führt. Der Hohlraum erstreckt sich über die gesamte Länge des Tores, umfasst rund 250 Quadratmeter und besitzt keine Fenster – ein abgeschottete...

Den Politikern „aufs Dach steigen“

Bild
Die Reichstagskuppel verbindet Geschichte und Moderne. Die Glaskuppel auf dem Reichstagsgebäude ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Sie verbindet moderne Architektur mit politischer Symbolik und zieht jährlich Millionen Besucher an. Entworfen wurde die Kuppel vom britischen Architekten Sir Norman Foster , der mit seinem Konzept die Idee von Transparenz und Bürgernähe in der Demokratie sichtbar machen wollte. Die Kuppel besteht aus etwa 3.000 Glasplatten und erhebt sich rund 23 Meter über dem Dach des Reichstags und misst etwa 40 Meter im Durchmesser. Ihr Inneres wird von einem imposanten Spiegelkonus geprägt, der Tageslicht in den Plenarsaal lenkt und zugleich die Luftzirkulation unterstützt. Damit ist die Konstruktion nicht nur ein ästhetisches Highlight, sondern auch ein Beispiel für nachhaltige Architektur . Ein beweglicher Sonnenschutz verhindert Blendung und sorgt für angenehme Temperaturen. 360-Grad-Blick über Berlin und direkte Sicht in den Plenarsa...

Kaffeetrinken im „schönsten Sudhaus Europas“

Bild
Zeitgenössische Kunst in historischen Gebäuden . Berlin-Neukölln I. Auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln lässt sich eine Zeitreise zurück in die 1930-Jahre machen. Das ehemalige Brauereigelände sieht nach der Stilllegung der Brauerei im Jahr 2005 so aus, als würden hier Bauarbeiter gerade Urlaub machen. Einiges haben sie weggerissen, einiges muss noch weggeräumt werden, einiges muss noch saniert werden. Hier im Rollbergviertel , zwischen der Karl-Marx-Straße und der Hermannstraße wurde zwischen 1926 und 1930 eine moderne Brauerei erbaut. Jedenfalls für damalige Verhältnisse. Bauherr war die Berliner Kindl-Brauerei AG. Die Brauereigeschichte in Neukölln begann aber schon früher. Im Jahr 1872 schloss sich eine Gruppe Gastwirte aus dem damalige Rixdorf zusammen, um auf dem Rollberg vor den Toren Berlins, eine moderne Braustätte zu errichten. Die Rixdorfer Gastwirte wollten nicht länger die brutale Preispolitik der damaligen Brauereien hinnehmen, w...

Schloss Schönhausen. Der Sommersitz der Königin Elisabeth Christine.

Bild
Zunächst Landsitz bedeutender preußischer Adelsfamilien, wurde das Gut Schönhausen 1740 Sommersitz der Königin Elisabeth Christine , der Gemahlin Friedrichs des Großen . Nach der Thronbesteigung schenkte er ihr Schönhausen als Sommerschloss. Sie machte das Schloss zu einem Juwel des Rokokos . Während des Siebenjährigen Krieges verwüsteten russische Truppen das Schloss völlig. 1764 gewährte der König die Mittel, das Schloss zu seiner heutigen Gestalt umzubauen. Die beiden Seitenflügel wurden auf die Höhe des Hauptbaus gebracht und der Hof mit einem großzügigen Treppenhaus überbaut. Nach dem Ende der Monarchie in Preußen und im Deutschen Reich ging Schloss Schönhausen 1920 in den Besitz des preußischen Staates über. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Schloss ab 1935 zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut und radikal modernisiert. Zunehmend diente Schönhausen auch für die Einlagerung von sogenannter entarteter Kunst durch die Reichskunstkammer. Erst nach dem Zweiten Welt...

Es klappern die Mühlen

Bild
Berlin hat noch mehrere historische Windmühlen . Wer hätte das gedacht. In Berlin und im Umland gab es noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts über 150 Windmühlen. Heute im Jahr 2025 sind es im Stadtgebiet nur noch sechs Mühlen, die zwischen Hochhäusern oder in Mischgebieten zu bewundern sind. Zwei weitere Mühlen stehen im Deutschen Technikmuseum und können dort bestaunt werden. Da alle Mühlen unter Denkmalschutz stehen, kann man davon ausgehen, dass noch künftige Generationen erfahren können, warum es diese klobigen Bauten mit drehenden Flügeln gab und noch gibt. Fast alle waren dem Verfall preisgegeben, wenn nicht private Organisationen und Investoren dafür gesorgt hätten, dass sich die Flügel zum Teil noch immer drehen. So erging es auch der ältesten noch erhaltenen Mühle, der Jungfernmühle am Rande der Gropiusstadt im Berliner Ortsteil Buckow . Die Holländermühle stand ursprünglich auf dem Amtsacker in der Nähe des Nauener Tores in Potsdam. 1860 stellte sie nach einhunder...

Berliner Geschichte im Flughafen Tower Tempelhof

Bild
Dem Himmel ein Stück näher Wir schreiben das Jahr 2008, als der letzte Linienflug vom Flughafen Berlin-Tempelhof nach Mannheim stattfand. Nachdem sich am 30. Oktober um 21.55 Uhr eine Maschine vom Typ Dornier 328 der Cirrus Airlines mit 31 Personen vom Rollfeld in den Berliner Himmel verabschiedet hatte, war der Flughafen mit einer langen Tradition Geschichte. Die ersten Flugzeuge starteten bei herbstlichem Wetter am 8. Oktober 1923. Nur eine kleine Gruppe von Offiziellen war bei der Eröffnung anwesend. Aus den einfachen Bauten auf dem Flugfeld entstand einer der modernsten Flughäfen der Welt mit dem zeitweise größten Passagieraufkommen in Europa. Ein Luftkreuz mitten in Berlin. Zwischen 1936 und 1941 wurde Tempelhof in seiner heutigen Form ausgebaut und das größte Baudenkmal Europas. Er steht für die monumentale Selbstinszenierung der Nationalsozialisten , ist aber auch durch die Luftbrücke von 1948/49 zu einem Symbol der Freiheit geworden. Das Gebäude ist einzigartig und...

Metrische Einheit löst Meile ab

Bild
  Meilenstein ist letzter Zeuge des Kaiserreichs Wer aus Richtung Steglitz von der Rheinstraße in Verlängerung die Hauptstraße befährt, wird kurz hinter dem Innsbrucker Platz in Schöneberg auf dem Mittelstreifen eine Säule entdecken, auf der Meilen als Längenmaß angegeben werden. Das Rätsel löst sich auf, wenn man weiß, dass es sich um eine preußische Meile handelt. Anders als die geläufige US-Meile mit 1,6 Kilometern Länge, maß das preußische Pendant 7,532 Kilometer. Damalige Zeitgenossen wussten, dass sie für diese Strecke rund zwei Stunden zu Fuß benötigten, um dann vor dem Berliner Stadtschloss zu stehen. Das Schloss war Start- und Endpunkt für alle Meilensteine im damaligen preußischen Reich. So wie vieles nicht für die Ewigkeit gemacht ist, gilt das auch für die Meilensteine als Maßeinheit. Als im Deutschen Kaiserreich 1875 das metrische System eingeführt wurde, verloren sämtliche Meilensteine ihre Bedeutung. Der Meilenstein am Innsbrucker Platz zählt zu den ...

Antiker Tempel als Liebesbeweis

Bild
Das Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg Während das Schloss Charlottenburg in hellem Glanz erscheint, macht das Mausoleum im nordwestlichen Schlossgarten, versteckt am Ende einer Baumallee, einen dunklen, traurigen Eindruck, ganz dem Anlass entsprechend. Hier hat König Friedrich Wilhelm III. für seine verstorbene Gemahlin Luise einen kleinen antiken Tempel bauen lassen, um ihrer für immer zu gedenken. Luise von Mecklenburg-Strelitz starb am 19. Juli 1810 im Alter von nur 34 Jahren auf Schloss Hohenzieritz bei Neustrelitz an einer Lungenentzündung. Der Leichnam der im Volk beliebten Königin wurde nach Berlin überführt und erst im Berliner Dom beigesetzt, bis das Mausoleum fertig gestellt war. Für den Bau wurden Materialien verwendet, die schon vorhanden waren. Säulen aus dem Schloss Oranienburg oder Treppenstufen aus dem Park von Sanssouci. So war es möglich, das Bauwerk in nur fünf Monaten fertigzustellen. Die Altarnische, das Marmorkruzifix und die Bibelsprüche an den Wänden...