Der erste Computer kommt aus Kreuzberg
Konrad Zuse baut Rechenmaschine aus „Faulheit“
In der Methfesselstraße 7 in Berlin-Kreuzberg steht die
Wiege des weltweit ersten Computers. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte der
Bauingenieur und Erfinder Konrad Zuse 1941 seine funktionsfähige Rechenmaschine
Z3 vorgestellt und sich seinen Traum von der vollautomatischen Rechenmaschine
erfüllt.
Zuse bezeichnete sich selbst als „Bummelstudenten“. Als
17-Jähriger studierte er an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg)
zunächst Maschinenbau, wechselte dann zur Architektur und schließlich zum
Bauingenieurswesen. Er entdeckte jedoch schon früh seine Vorliebe für Technik
und Kunst.
Die Rechenanlage Z4, deren Bau 1942 begonnen wurde und die
bis 1945 in Berlin nicht mehr fertiggestellt werden konnte, wurde als einzige
Maschine vor der Zerstörung durch Bombenangriffe gerettet. Der Rechner war eine
Erweiterung der Z3 und bildete die Grundlage, um nach dem Krieg das erste
deutsche Computerunternehmen, die „Zuse KG“, aufzubauen. Der Z4 wurde 1949 in
Neukirchen im Kreis Hünfeld in Hessen restauriert und arbeitete ab 1950 für
fünf Jahre erfolgreich an der Technischen Hochschule in Zürich. Sie war 1950
die einzige kommerziell eingesetzte programmgesteuerte Rechenanlage in Europa.
Ein Nachbau der Z1 steht heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Das Original war im Wohnzimmer seiner Eltern aufgebaut und wurde samt
den Plänen im Bombenkrieg zerstört. Eine Gedenktafel in der Methfesselstraße
(unweit der Bergmannstraße/Ecke Mehringdamm) erinnert an den genialen
Ingenieur. Text und Foto: Klaus Tolkmitt
In eigener Sache: * Sollte ich auf dieser Tour gewerbliche Einrichtungen empfehlen, dann nur weil ich sie gut finde und nicht, weil ich dafür Geld erhalte oder andere Vorteile hätte.
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