Ein Spaziergang durch die Geschichte (5).

Alt‑Tempelhof entdecken - vom Landschaftsfriedhof zum Naturpark Südgelände.

AltTempelhof zählt zu den geschichtsträchtigsten Ortsteilen Berlins. Bekannt wurde der Stadtteil vor allem durch den ehemaligen Zentralflughafen BerlinTempelhof, der 1923 den Linienverkehr aufnahm und bis 2008 zu den drei internationalen Flughäfen des Großraums Berlin gehörte.

Doch Tempelhof ist weit mehr als Luftfahrtgeschichte: Ein Spaziergang durch AltTempelhof führt zu architektonischen Highlights, historischen Schauplätzen und einzigartigen Naturarealen, die Berlin bis heute prägen.

Rundgang durch AltTempelhof – vom Landschaftsfriedhof zum Naturpark Südgelände

Eine ausführliche Tourbeschreibung – vom UBahnhof AltTempelhof bis zum SBahnhof Priesterweg – bietet die lialoApp unter dem Titel „In Tempelhof steht ein Ochse aus Berlin“. 👉🏻Hier de Link zur Tour: https://lialo.tours/k049

Dies ist der 5. und letzte Teil der Tour, die am Landschaftsfriedhof an der Eythstraße beginnt und im Naturpark Südgelände in Schöneberg endet.


Vom Friedhof aus geht es links weiter, an der Domnauer Straße erneut links. Nach wenigen Metern erreicht man die Lindenhofsiedlung – eine der bedeutendsten historischen Wohnanlagen Berlins.

Die Lindenhofsiedlung: Gartenstadt, Architektur-Ikone und grüne Oase

Die Siedlung wurde nach Plänen des Schöneberger Stadtbaurates Martin Wagner und des Architekten Bruno Taut errichtet, der auch für die Hufeisensiedlung in Britz, die Siedlung Schillerpark, die Waldsiedlung OnkelTomsHütte und die Siedlung Eichkamp verantwortlich war.


Die Siedlung zeichnet sich aus durch den Gartenstadtcharakter mit parkähnlichen Freiflächen. Mit einem alten Baumbestand und ein Weiher, der aus einem eiszeitlichen Pfuhl entstanden ist.

Die Architektur stammt aus den 1920er Jahren, ist heute immer noch ein beliebtes Wohnquartier.

Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 80 Prozent der Gebäude zerstört. Beim Wiederaufbau entstanden unterschiedliche Architekturstile des 20. Jahrhunderts, die heute ein lebendiges bauliches Geschichtsbuch bilden.

Die Siedlung wirkt wie eine grüne Insel mitten in der Großstadt – damals wie heute ein Anziehungspunkt für Familien.

Vom Lindenhof zum Naturpark Südgelände


Nach der kleinen Bogenbrücke führt der Weg rechts am Weiher entlang bis zur Röblingstraße.

Hinter der SBahnBrücke geht es rechts in den Naturpark Schöneberger Südgelände. Der Zugang erfolgt über eine steile Treppe; wer barrierefrei gehen möchte, folgt der Straße weiter bis zum SBahnhof Priesterweg, wo ein ebenerdiger Eingang liegt.

Naturpark Südgelände: Industrienatur, Kunst und Artenvielfalt


Der Naturpark wurde von Grün Berlin entwickelt und wird bis heute von der landeseigenen Gesellschaft betreut.

1999 erhielt das Gelände den Status eines Natur- und Landschaftsschutzgebiets, im Jahr 2000 wurde es ein offizielles EXPOProjekt.

2022 folgte eine weitere internationale Auszeichnung: der CarloScarpaPreis der italienischen BenettonStiftung.

Vom Rangierbahnhof zum Naturparadies


1841 erfolgte die Eröffnung der BerlinAnhaltischen Eisenbahn, mit dem späteren Anschluss an die Dresdener Eisenbahn.

Mit dem Bau des Betriebswerks „Tempelhofer Rangierbahnhof“ 1931 verstärkte sich der täglicher Dampfbetrieb durch Rauch und Ruß.

Erst nach 1952, mit der Stilllegung des Anhalter Bahnhofs und dem Rückbau der Gleise entspannte sich die Lage in Tempelhof und die Natur eroberte sich das Gelände zurück.

Die Natur erobert das Gelände zurück


Auf dem ehemaligen Bahngelände entstanden Trockenrasen, Hochstaudenflure und ein urwüchsiger Wald, der sich ohne menschlichen Einfluss entwickelte.

Heute informieren zahlreiche Tafeln über Flora und Fauna – darunter seltene Pflanzen-, Pilz- und Tierarten, die auf so kleiner innerstädtischer Fläche kaum noch vorkommen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

So geht es zum Startpunkt   Mehr Berliner Geschichte gib es hier

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