Die letzte Ruhestätte von Manfred Krug
Ein stiller Ort der Erinnerung.
Der Südwestkirchhof Stahnsdorf zählt zu den
eindrucksvollsten Friedhofsanlagen Deutschlands. Nur wenige Kilometer
südwestlich der Berliner Stadtgrenze gelegen, bietet er Besuchern seit seiner
Eröffnung im Jahr 1909 einen einzigartigen Ort der Ruhe, Geschichte und Natur.
Mit seinen 200 Hektar Fläche ist er nach dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf der
zweitgrößte Friedhof des Landes – und für viele der schönste.
Ein Friedhof wie ein Waldpark
Der Südwestkirchhof ist weit mehr als ein klassischer
Friedhof. Durch seinen alten Baumbestand wirkt er wie ein naturnaher Waldpark,
in dem sich historische Grabstätten, Skulpturen und kleine Kunstwerke
harmonisch in die Landschaft einfügen. Die Wege sind bewusst nicht überall
akkurat gepflegt – ein Konzept, das dem Ort seinen besonderen Charme verleiht.
Zwischen Bäumen und Sträuchern stößt man immer wieder auf
zerbrochene Gedenktafeln, Putten oder kleine Pflastersteine, die an Verstorbene
erinnern. Diese Mischung aus Natur, Geschichte und Kunst macht den Friedhof zu
einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Prominente Gräber entdecken – mit Plan oder App
Wer genügend Zeit mitbringt, kann auf dem weitläufigen
Gelände zahlreiche Grabstätten bekannter Persönlichkeiten aus Politik, Kultur
und Wirtschaft entdecken. Besonders gefragt ist das Grab von Manfred und
Ottilie Krug, dass etwas versteckt liegt.
Deutlich einfacher wird die Suche mit der lialo-App, die
mehrere prominente Gräber aufspürt und spannende Hintergrundgeschichten
erzählt. Die digitale Tour „Südwestfriedhof Stahnsdorf“ führt Besucher gezielt
zu den wichtigsten Stationen. Hier der Link zur Tour
Manfred Krug – eine Legende in Ost und West
Der Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Manfred Krug zählt zu den bedeutendsten Künstlern der DDR. Bis zu seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik im Jahr 1977 prägte er das kulturelle Leben im Osten wie kaum ein anderer.
Musiker, Chansonnier und Jazzsänger
Krug tourte als Jazz- und Chansonsänger durch mehrere
Ostblockländer und veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche Schallplatten –
viele davon unter dem Pseudonym Clemens Kerber, das er als Songschreiber
nutzte. Seine Alben verkauften sich hunderttausendfach.
Ein Künstler mit Humor – und zwei Pseudonymen
Da Krug nur ungern Interviews gab, erfand er kurzerhand die
Kunstfigur Isa Karfunkelstein, die ihn 1974 im DDR-Rundfunk „interviewte“.
Diese humorvolle Selbstinszenierung wurde Kult und zierte sogar die Cover
seiner frühen Schallplatten.
Vom verbotenen Film bis zur Kultserie
Seine erste Filmrolle spielte Krug 1956 im verbotenen
DEFA-Film „Die Schönste“, der erst 2002 rekonstruiert wurde. Nach seiner
Ausreise nach West-Berlin setzte er seine Karriere nahtlos fort:
So war er als Fernfahrer Franz Meersdonk „Auf Achse“ (1977–1992)
Führte als eigenwilliger Anwalt Robert Liebling, die Serie „Liebling Kreuzberg“ zum Erfolg.
Bestsellerautor und Bühnenkünstler
Auch als Schriftsteller war Krug erfolgreich. Seine
autobiografischen Werke „Abgehauen“ (1996) und „Mein schönes Leben“ (2005)
wurden Bestseller.
Bis zuletzt stand er auf der Bühne – zuletzt mit
Jazzsängerin Uschi Brüning und seiner Band unter dem Motto „Manfred Krug liest
und s(w)ingt“. Sein letztes Konzert gab er am 5. August 2016 auf der Burg
Storkow.
Ein Besuch, der berührt
Der Spaziergang zum Grab von Manfred Krug auf dem Südwestkirchhof ist mehr als ein Ausflug. Er ist eine Reise durch deutsche Kulturgeschichte – eingebettet in eine der schönsten Friedhofslandschaften Europas. Handy-Spaziergang über den Südwestfriedhof





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