Montag, 24. Februar 2020

Die Promis aus Westend


Ein Ortsteil ohne Zentrum

Der Steubenplatz
Während Napoleon nach seiner Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 ins Schloss Charlottenburg einzog, lagerten seine Truppen am damals noch spärlich bebauten Westend (entlang der heutigen Königin-Elisabeth-Straße). Danach dauerte es noch einige Zeit, bis aus der sandigen Hochebene vor den Toren Berlins ein eigenständiger Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurde.

Ursprünglich war Westend als reine Villenkolonie geplant. Heute leben neben einigen prominenten Persönlichkeiten etwas mehr als 40 000 Einwohner im Ortsteil.

Der blaue Obelisk am Theodor-Heuss-Platz
Das Zentrum ist eigentlich kein Zentrum, Westend hat aber einige markante Plätze und Sehenswürdigkeiten, die zu besuchen sich allemal lohnen. Als erstes sticht natürlich das Olympiastadion heraus, daneben der Funkturm am Messegelände und das Internationale Congress Centrum (ICC). Das „Raumschiff“, wie die Berliner das Alumonster nennen, steht allerdings schon einige Jahre leer und ungenutzt am Messedamm. Ganz in der Nähe war einst die Nordkurve der AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße). Die 8 Kilometer lange Strecke diente zwischen 1921 und 1940 als Renn- und Teststrecke, danach bis 1998 als Rennstrecke an wenigen Wochenenden. Mit der über 20.000 Zuschauer
Olympiastadion
fassenden Waldbühne am Olympiapark hat Berlin eine Open-Air-Arena, die noch heute für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Denn der Bau der Waldbühne wurde im Rahmen der Olympiade 1936 vorangetrieben und orientierte sich an dem antiken griechischen Theater in Epidauros. Städtebaulich markant ist das von Le Corbusier entwickelte Hochhaus zwischen Olympiastadion und Heerstraße. Es wurde für die Internationale Bauausstellung 1957 entworfen und steht seit 1996 unter Denkmalschutz.
ICC und Funkturm
sondern die lange Reichsstraße zwischen dem Theodor-Heuss-Platz und dem Steubenplatz, benannt nach General Friedrich Wilhelm Graf von Steuben (1730-1794). Auf der Mittelinsel des Platzes steht seit 1961 die Freiplastik „Der Sieger“, 1902 von Bildhauer Louis Tuaillon geschaffen.

Beliebt sind aber auch die Grünbereiche in Westend.  Neben dem Olympiapark mit der Murellenschlucht und dem Park Ruhwald mit den Kleingartenkolonien, sind es der Brixplatz mit dem Park an der Reichsstraße, der Fürstenplatz, der Georg-Kolbe-Hain mit dem  
Der Brixplatz
Georg-Kolbe-Museum und den Skulpturen, sowie der Waldfriedhof Heerstraße, auf dem zahlreiche prominente Persönlichkeiten begraben sind.

Im Jahr 1908 erhielt Westend mit der Eröffnung des von Alfred Grenander entworfenen U-Bahnhofs am heutigen Theodor-Heuss-Platz Anschluss an das Berliner U-Bahn-Netz. Drei S-Bahnanschlüsse (Heerstraße, Olympiastadion und Pichelsberg) und einige Buslinien komplettieren das öffentliche Verkehrsangebot.

Die Liste der Prominenten, die einst (oder noch heute) in Westend lebten oder leben ist lang.
U-Bahn-Station Olympiastadion
Mehr als 300 Adressen berühmter Persönlichkeiten sind bekannt. Sie reichen von Joachim Ringelnatz, Robert Koch, Lilian Harvey, Heinz Rühmann, Lilli Palmer, Max Schmeling, Theo Lingen, bis Emil Nolde, Lil Dagover, Marlene Dietrich, Curt Goetz, Willy Fritsch und dem Berliner Kabarettisten Wolfgang Gruner. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Donnerstag, 20. Februar 2020

Berliner Bilderbogen

                             So wohnen die Berliner


Samstag, 15. Februar 2020

Die Brunnen am Wittenbergplatz

Berliner Fenstergucker

"Berliner Fenstergucker" und der Stahl-Pilz

Am Ende der Tauentzienstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Nobelkaufhaus KaDeWe (Kaufhaus des Westens) im Berliner Bezirk Tempelhof- Schöneberg verschönen gleich zwei Brunnen den Wittenbergplatz.  Auf der Südseite des Platzes gruppieren sich die „Berliner Fenstergucker“ um das sprudelnde Wasser, auf der gegenüberliegenden Seite hat der Brunnen die Form eines Pilzes aus Stahl.

Beide Brunnen wurden nach Entwürfen des Bildhauers Waldemar Grzimek errichtet, der 1980 den Wettbewerb für die Neugestaltung des Platzes gewann. Nach seinem Tod 1984 führten enge Mitarbeiter des Bildhauers die unvollendete Arbeit am Figurenbrunnen auf der Südseite des Platzes weiter. 1985 wurden die Brunnen fertiggestellt. Zu seinen Lebzeiten gelang es dem Bildhauer noch, die Kindergruppe und Einzelpersonen des Südbrunnens als Skulpturen zu gestalten. Die Bildgießerei Richard Barth im niedersächsischen Rinteln goss die Skulpturen dann in Bronze.  Text und Fotos: Klaus Tolkmitt
Der Stahl-Pilz

Freitag, 7. Februar 2020

Ein Theater zum "Anfassen"


Das kleinste Berliner Theater

Keine langen Schlangen am Einlass, kein Gedrängel an der Garderobe und wenn Theaterdirektor Günter Rüdiger ein zartes Glöckchen ertönen lässt, nehmen 33 Besucher Platz im kleinsten Berliner Theater. 

Im Zimmertheater Steglitz geht es recht gemütlich zu, auch wenn das Schild am Eingang „Ausverkauft“ signalisiert. Günter Rüdiger, der seit 2010 das Theater leitet, begrüßt seine Gäste noch persönlich und führt durch das Programm, sei denn er steht selbst auf der Bühne. Der künstlerische Leiter ist Schauspieler, Sänger und Regisseur, Eintrittskarten-Verkäufer, Barmann und Lichtarrangeur in einer Person. Rüdiger ist seit über 30 Jahren im „Geschäft“, mit Engagements am Maxi Gorki Theater, Hansa-Theater, Friedrichstadtpalast, Volksbühne, Berliner Ensemble, Hebbel-Theater, Neuköllner Oper, Berliner Kammerspiele und anderen. Er war Mitglied im Kabarett „Berliner Brettl“ und „Klimperkasten“.

Viele seiner Gäste sind nicht zum ersten Mal im Zimmertheater Steglitz, das unweit der Schloßstraße im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf in der Bornstraße 17 sein Zuhause hat. Hier wird jeden Freitag, Samstag und Sonntag ein buntes Kaleidoskop an Unterhaltung geboten. Theater für Kinder und Familien, Literarisches Theater, Kabarett, Satire und Chansons. Besonders beliebt sind die Wunschkonzerte mit Max Biundo und Günter Rüdiger und der Kleinkunst-Cocktail am ersten Sonntag im Monat, mit wechselnden Gästen.

                    Foto: Entertainer Ulli Lohr (li.) nach seinem Gastauftritt bei Günter Rüdiger

Der Schauspieler und Sänger Günter Rüdiger steht gleich mit mehreren eigenen Programmen auf seiner Bühne. Er rezitiert und singt Stücke von Heine, Tucholsky und Brecht, gibt eine Hommage auf die Berliner Komponisten Walter und Willi Kollo und macht einen musikalischen Bummel durch die Berliner Operetten-, Kabarett- und Musical-Szene. Daneben präsentiert und kommentiert er Gastspiele mit Buchautoren, Comedy- und Kabarett-Künstlern oder lässt die Gäste im kleinen Theater 90 Minuten in eine Magie- und Zauberwelt versetzen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Freitag, 31. Januar 2020

Martin Luther King predigte in der Sophienkirche

Kirche war ein Ort des Widerstands

Nach Plänen des Baumeisters Philipp Gerlach wurde 1713 die Sophienkirche als evangelisches Gotteshaus in der Spandauer Vorstadt des Berliner Ortsteils Mitte erbaut. Die Grundsteinlegung für den Saalbau der vormals „Spandauischen Kirche“ fiel noch in die Regierungszeit König Friedrichs I. von Preußen. Erst unter König Friedrich II wurde sie nach Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin benannt und heißt seitdem „Sophienkirche“.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Pfarrkirche mehrmals umgestaltet. Der 70 Meter hohe barocke Turm entstand 1732 auf Veranlassung König Friedrich Wilhelms. Als Vorbild diente der Schlüter’sche Münzturm des Stadtschlosses.

Während der DDR-Zeit war die Kirche ein Ort des Widerstands. Prominenten Besuch erhielt die Pfarrgemeinde im September 1964, als der US-amerikanische Menschenrechtler und Baptistenprediger Martin Luther King bei einem Besuch in West-Berlin darauf bestand, auch im Ostteil der Stadt eine Predigt halten zu wollen.  „Auf beiden Seiten der Mauer leben Gottes Kinder, und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen,“ so der Bürgerrechtler, in seiner Andacht. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Samstag, 25. Januar 2020

Die Berliner Friedensmauer

Kunst für den Frieden
Jugendliche aus aller Welt wollen mit kreativer Kunst die Welt friedlicher machen. Nach London, New York und anderen Städten haben 2013 auch Kinder und Jugendliche aus 12 Berliner Schulen an einer Friedenswand mitgewirkt, die in der Großen Hamburger Straße 25 in der Spandauer Vorstadt in Berlin-Mitte an einer Hauswand zu sehen ist.
Die Berliner Friedenswand ist Teil des Young Minds Build Bridges Programms von CITY-arts, Gemeinsam mit der Künstlerin Svenja Teichert, die sich in ihrem künstlerischen Schaffen auf Mosaike spezialisiert hat, wurde die Wand in der „Straße der Toleranz“, wie die Große Hamburger Straße auch genannt wird, kreiert. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Dienstag, 21. Januar 2020

Das gotische Haus in Spandau

Baudenkmal aus dem Mittelalter
Das Gotische Haus in der Spandauer Altstadt in der Breiten Straße 32 ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmale nicht nur in Spandau, sondern im gesamten Berliner Raum. Ein repräsentativer Steinbau wie dieser war im Mittelalter äußerst selten, üblich waren Holz- und Fachwerkbauten. Der Bau des Gotischen Hauses begann Ende des 15. Jahrhunderts. Ursprüngliche Teile, wie das Netzrippengewölbe im hinteren Teil des Hauses und die Spitzbogenarkade, sind teilweise noch erhalten. Wer das Haus erbaute, ist aus den vorhandenen Quellen nicht zu ermitteln. Vermutlich handelte es sich um eine Kaufmannsfamilie, darauf deutet auch die Lage des Grundstückes hin, das damals bis zur Havel, einer von jeher
wichtigen Wasserstraße, reichte. Nach einem Brand im 18. Jahrhundert, der große Teile zerstörte, wurde das Haus von seiner damaligen Besitzerin wieder aufgebaut. Es erhielt eine klassizistische Fassade und eine neue Raumaufteilung. Das Gotische Haus blieb mit seiner überkommenen Innenstruktur und Fassade bis ins 20. Jahrhundert erhalten und überdauerte auch den zweiten Weltkrieg. Erst Ende der 50er Jahre wurde erheblich in die historische Bausubstanz eingegriffen. Nach umfangreichen baugeschichtlichen
Untersuchungen begannen 1987 die Restaurierungsarbeiten. Heute ist im Gotischen Haus die Tourist-Information Berlin-Spandau untergebracht und weitere Räume werden für wechselnde Ausstellungen genutzt. Quelle: Wikipedia, Text und Fotos: Klaus Tolkmitt