Montag, 12. Oktober 2020

Seltene Tiere im Erpetal entdecken


Ein Spaziergang durch das Landschaftsschutzgebiet

Wenige Minuten vom S-Bahnhof Friedrichshagen im Berliner Bezirk Köpenick steht man mitten im Landschaftsschutzgebiet des Erpetals. Das 32 Kilometer lange kleine Flüsschen ist ein Nebenfluss der Spree und entspringt einem Quellgebiet im brandenburgischen Werneuchen.

Das Erpetal ist eines der letzten erhaltenen Fließtäler der Region, mit üppigen Feuchtwiesen und seltenen Pflanzen- und Insektenarten, die sonst kaum noch zu sehen sind.


Hält man die Augen offen und den Mund zu, dann zeigen sich schon mal Eisvogel, Prachtlibelle, Moorfrosch, die Ringelnatter oder der Biber in ihren natürlichen Lebensräumen. Da die Moorböden der Erpetalwiesen relativ schlecht zu bewirtschaften sind, übernehmen Wasserbüffel und robuste Rinderrassen die „Pflege“ der Wiesen und Weiden.

Einen kleinen Abschnitt des Landschaftsschutzgebietes haben wir ab Bahnhof Friedrichshagen erwandert.

Gleich hinter dem Bahnhof beginnt der Kurpark, der schon seit dem Ende des 19. Jahrhundert besteht, als die damalige Stadt Cöpenick Friedrichshagen zum Kurort ausbauen wollte. Im Jahr 1880 ließ die Stadt eine Trinkhalle, einen Sanitätspavillon sowie eine Kurgaststätte mit einer Musikhalle errichten. 1914 wurde die Anlage um einige Tennisplätze sowie im Jahr 1930 um das Naturtheater erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zerstört, 1958 jedoch wiederaufgebaut.

Vom damaligen Kurpark ist heute allerdings kaum noch etwas übriggeblieben, außer dem Namen im Stadtplan, einem Freiluftkino und den Tennisplätzen.


Die Straße „Hinter dem Kurpark“ bringt uns zur Erpe. Wir folgen dem schmalen Pfad links des Flüsschens und laufen in Fließrichtung. Schon gleich tauchen wir ein in üppige Natur mit moorigen Böden, hohem Schilf und seltenen Pflanzenarten, wie Blutweiderich und gelbe Wiesenraute.

Rechter Hand die Erpe, links die Wiesenlandschaft mit Rindern, kommen wir nach rund 700 Metern an eine weitere Brücke, die wir überqueren. Wir folgen 150 Meter der S-Bahn-Linie und biegen rechts in den Spitzwegerichweg ein, der uns durch eine kleine Gartensiedlung führt. Der nächste Abzweig links bringt uns direkt in den Kiefernwald, der später in einen Mischwald übergeht. Nach rund 700 Metern kommen wir aus dem „dunklen“ Wald auf eine „helle“ Lichtung. Auf dem ehemaligen Schießgelände „Mittelheide“ blüht im August/September an einigen Stellen „Erika“, zwischen Birken und Wacholderbüschen. Von einer blühenden Heidelandschaft in ist jedoch nichts zu sehen, da gibt es im Land Brandenburg größere Landstriche, die zu einer Heidewanderung einladen.


Das lichte Gebiet mündet wieder in Mischwald, den wir in einem leichten Rechtsbogen durchwandern und im Ortsteil Ravenstein über die Mühlenstraße wieder zur Erpe gelangen.



Wir überqueren die Erpe, um wieder linksseitig dem Fluss zu folgen. Vorbei an Kleingartenanlagen und urwüchsiger Natur kommen wir an den Ausgangspunkt zurück, der uns über die Straße „Hinter dem Kurpark“ wieder zum S-Bahnhof Friedrichshagen führt. Der zirka 6 Kilometer lange Rundweg ist gemütlich in zwei Stunden zu bewältigen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Montag, 5. Oktober 2020

Berlins älteste Brücke


Klappbrücke über den Spreekanal

Die erste Brücke, die in Berlin entstand, führte über einen Arm der Spree auf die Spreeinsel der Doppelstadt Cölln-Berlin. Wir schreiben das beginnende 13. Jahrhundert und Berlin lag noch im sumpfigen Urstromtal.

1737 zählte Berlin schon 26 Brücken und bis 1838 stieg ihre Zahl auf 98 an. Eine dieser Brücken ist die Jungfernbrücke von 1798. Sie gilt derzeit als die älteste Brücke der Stadt und ist bis heute unverändert geblieben. Sie überspannt in Berlin-Mitte den Spreekanal und verbindet die Friedrichsgracht mit der Oberwasserstraße und war bis 1919 als Klappbrücke in Betrieb. Mithilfe von Ketten und Rädern kann ihre Mitte angehoben werden, sodass Boote passieren können.

Für ihren Namen „Jungfernbrücke“ gibt es mehrere Erklärungen. Nach einem alten Hochzeitsbrauch musste die Braut über die Brücke gehen. Knarrten die Bohlen, war das Mädchen nicht mehr Jungfrau. Aber die Bohlen knarrten immer. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt


 

 

Mittwoch, 16. September 2020

Kulturforum - Pendant zur Museumsinsel

 


Ideenwettbewerb entwickelte das Kulturforum

Unmittelbar am Potsdamer Platz, im Berliner Ortsteil Tiergarten im Bezirk Mitte, ist über die Jahrzehnte ein Kulturforum entstanden, das Museen, Bibliotheken und Musiksäle umfasst.

Die Bebauung des ehemaligen gründerzeitlichen Villenviertels war bereits unter den Nationalsozialisten im Rahmen der geplanten Umgestaltung Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ großflächig abgerissen worden. Weitere Zerstörungen brachte der Zweite Weltkrieg.


Lediglich die St.-Matthäus-Kirche am Matthäikirchplatz, 1844 bis 1846 als dreischiffiger Ziegelbau durch Friedrich August Stüler errichtet, konnte 1960 nach schweren Kriegsschäden im Außenbau wiederhergestellt und innen modern ausgebaut werden.

1958 wurde ein Wettbewerb: „Hauptstadt Berlin“ durchgeführt, der dazu führte, am Rand des Tiergartens ein neues kulturelles Zentrum zu errichten. Es sollte zusammen mit dem historischen Zentrum im Ostteil der Stadt die Mitte eines künftigen Gesamt-Berlin bilden und Teil eines in Ost-West-Richtung verlaufenden „Kulturbandes“ sein.


So entstanden nach und nach die Philharmonie (1963), der Kammermusiksaal der Philharmonie (1987), das Musikinstrumenten-Museum (1984), die Staatsbibliothek (1977), die Nationalgalerie und das Kunstgewerbemuseum (1985), das Kupferstichkabinett (1992), die Kunstbibliothek (1992), das Wissenschaftszentrum (1988) sowie die Gemäldegalerie (1998). 2026 soll das Museum der Moderne eröffnet werden.

Die Ausstellungen und Konzerte und nicht zuletzt die hier anzutreffenden bedeutenden Architekturen von Mies van der Rohe, Hans Scharoun, Hilmer und Sattler machen das Forum zu einer wichtigen Sehenswürdigkeit in Berlin.

Das Kulturforum wurde einst als kommerzielles Schaufenster des ehemaligen West-Berlins als kulturelles Zentrum entwickelt: Direkt an der Berliner Mauer und eher in Randlage zur West-Berliner City gelegen sollte mit dem Kulturforum als Pendant zur Museumsinsel ein deutliches Zeichen für ein auch kulturell lebendiges West-Berlin gesetzt werden. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Montag, 31. August 2020

Altes Domkreuz erinnert an zerstörte Gräber

 


Aus der Serie: Berliner Geschichte

Der Berliner Dom, die Hofkirche der Hohenzollern, zwischen 1894 und 1905 auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte errichtet und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde zwischen 1975 und 1993 komplett saniert.
 
Lediglich das Domkreuz auf der Kuppel war wegen Rostschäden irreparabel und musste 2008 durch ein neues Kreuz ersetzt werden. Die 12,5 Tonnen schwere und 15 Meter hohe Konstruktion wurde später mit Blattgold belegt.
 
Was aber passierte mit dem alten Kuppelkreuz?
 
Dank Dombaumeister Stefan Felmy steht es heute auf dem Domfriedhof an der Liesenstraße im Ortsteil Gesundbrunnen und erinnert an die Verstorbenen, deren Gräber auf dem Friedhof durch den Bau der Mauer zerstört wurden und an die Opfer, die an der Berliner Mauer ihr Leben verloren haben.
 
Eine Gedenktafel listet auf, welche Gräber durch den Mauerbau zerstört wurden und in ein Grabmal wurden folgende Worte -angelehnt an das Anti-Kriegs-Lied: „Sag mir, wo die Blumen sind“ eingemeißelt: „Sag mir, wo die Mauern sind… Menschen trugen sie fort geschwind! Zum Gedenken an all die Gräber, die der Bau der Mauer zerstörte.“ Text und Foto: Klaus Tolkmitt

 

Sonntag, 16. August 2020

Stadtführung, Schnitzeljagd & Stadtrallye mit lialo

 

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