Dienstag, 16. Juni 2020

Urbanes Berlin in Moabit


Kulturfabrik lebt bürgerschaftliches Engagement

Das ehemals als Fabrik und Lager genutzte Haus in der Lehrter Straße 35 im Berliner Ortsteil Moabit im Bezirk Mitte drohte zu verfallen, obwohl es (oder gerade) seit 1911 unter Denkmalschutz steht. 

Nach langem Leerstand wurde es 1991 als „Kulturfabrik Moabit“ von Anwohnern, Studenten und Künstlern als Verein wiedereröffnet und hat sich zu einem soziokulturellen Kulturhaus mit Theater, Kino, Konzerten, Café und pädagogischer Betreuung für Kinder und Jugendliche entwickelt.

Werkstatt-Workshops und Nachbarschaftshilfe gehören zu den Standardangeboten der Kulturfabrik, die in einem Haus mit langer Geschichte untergekommen ist. Das 1911 für den Wertheim-Konzern erbaute Haus beherbergte gleich mehrere Berliner Industrie- und Handwerksbetriebe, angefangen von einer Heeresfleischerei, Keksfabrik, Konservenfabrik bis hin zu einem Steinmetzbetrieb. 

Heute sind mehrere Vereine für das Innenleben der Räumlichkeiten verantwortlich und sorgen mit ihrem Programm für ein Stück ursprüngliches urbanes Berliner Leben und bürgerschaftliches Engagement. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt


Sonntag, 7. Juni 2020

Das "Abgetrocknetenhaus"

Das heutige Abgeordnetenhaus in Mitte wird von den Berlinern scherzhaft auch

"Abgetrocknetenhaus" genannt.

Im ehemaligen geschichtsträchtigen Gebäude des Preußischen Landtags befindet sich in der Niederkirchnerstraße in Berlin-Mitte gegenüber des bekannten Martin-Gropius-Baus seit 1990 der Berliner Landtag (Abgeordnetenhaus). Bis zur Wiedervereinigung tagten die Abgeordneten im Schöneberger Rathaus. Hier war auch der Sitz des Regierenden Bürgermeisters.

Montag, 1. Juni 2020

Die Beton-Cadillacs















Die umstrittenen Cadillacs in Beton

Wer auf der A 115 (Avus) Richtung Berlin-Mitte am Funkturm auf die A 100 wechselt und dann Richtung Kurfürstendamm fährt, kommt am Rathenauplatz an einer merkwürdigen Skulptur vorbei, die auf den ersten Blick wie ein Betonklotz aussieht.

Aus dem Beton ragen allerdings zwei Cadillacs heraus, die jahrelang bei den Anwohnern ein Stein des Anstoßes waren. Das 1987 zur 750-Jahr-Feier von Berlin aufgestellte Kunstwerk des Happening- und Fluxus-Künstlers Wolf Vostell sollte die Blechlawine dokumentieren, die sich über den Kurfürstendamm ergießt. Außerdem gehörte sie zu der Ausstellung: „Skulpturenboulevard auf dem Kudamm“. Obwohl sich ein lautstarker Bürgerprotest gegen die Skulptur formierte, steht sie noch heute auf der grünen Mittelinsel des eher tristen Rathenau-Platzes und wurde 2006 für 100.000 Euro saniert und illuminiert. Text und Foto: Klaus Tolkmitt